Aus der braunen Zeit
Filmdokumente zum NS-Alltag 1932–1941

[Wien Umsturz 1938], 1938, Anonym
11. März 2018

Voll "missratener Figuren" sind jene Filmdokumente, die abseits der NS-Propagandamaschine den Alltag unter dem Hakenkreuz festhielten: Industrie- und Belangfilme sowie Amateuraufnahmen, in denen beispielsweise das unkontrolliert-chaotische Element der nationalsozialistischen Machtergreifung sichtbar wird.

Die "ephemeren" Filme, die das Filmmuseum seit einem Jahrzehnt sammelt, beforscht und online veröffentlicht, intervenieren im kulturellen Gedächtnis der Republik und verkomplizieren unser Verständnis der Verstricktheit in das NS-System. Gerade in Zeiten, in denen die Politik zwischen "Fake News" und "alternative Facts" oszilliert und in denen emotionale Effekte und "Blasendenken" diskursbestimmend sind, stellen sie eine (produktive) Irritation dar.
 
Eine gemeinsame Veranstaltung des Filmmuseums und des Ludwig Boltzmann Instituts für Geschichte und Gesellschaft, Wien. Mit Dank an Agentur Karl Höffkes, Filmarchiv Austria und visualhistory.tv.
Zusätzliche Materialien