Filmmuseum ist. Kooperation

Michael Loebenstein, Los Angeles 2017 © Mikko Kuutti
Ein Museum wie unseres existiert nicht allein: Als Cinémathèque, aber auch als wissenschaftliche Anstalt und Sammlungseinrichtung kooperieren wir regelmäßig mit Kulturinstitutionen im In- und Ausland. Eine wichtige Rolle spielt dabei die internationale Vereinigung der Filmarchive FIAF (Fédération Internationale des Archives du Film). Das Filmmuseum ist seit 1964 Mitglied; seit 2015 arbeite ich ehrenamtlich als Generalsekretär dieser Vereinigung, der weltweit 164 Institutionen in 74 Ländern angehören.
 
Ein Prinzip der FIAF (die heuer ihr 80. Jubiläum feiert) ist der möglichst freie Austausch von Filmen zwischen ihren Mitgliedern. Aber auch Wissensvermittlung und Nachwuchsausbildung stehen auf der Agenda. Das Filmmuseum ist in dieser Hinsicht ebenso tätig: Im März tragen unser Ex-Direktor Alexander Horwath und ich in Paris an der Cinémathèque française zum Thema Filmkuratierung und Filmerbe vor; wenig später spreche ich in Bukarest, in der Cinemateca Romana, über die Bedeutung von Filmarchiven und der Bewahrung filmischer Dokumente.
 
International ist unser Netzwerk zudem in Sachen Filmkonservierung und Restaurierung. Mangels eines geeigneten Filmlabors in Österreich arbeiten wir derzeit mit Labors in Lissabon und Budapest. Aber auch in Österreich sind wir aktiv: Im Belvedere21 werden im Rahmen der Günter-Brus-Ausstellung digitale Versionen einiger Filme Kurt Krens zu sehen sein, die wir gemeinsam mit sixpackfilm produziert haben; und für die Diagonale – Festival des österreichischen Films in Graz haben wir ein historisches Programm zusammen gestellt, das sich mit der Repräsentation der "Provinz" und dem Ländlichen im österreichischen Kino auseinandersetzt.
 
Michael Loebenstein