Helen Levitt

The Savage Eye, 1960, Joseph Strick, Sidney Meyers, Ben Maddow
The Quiet One, 1948, Sidney Meyers
In the Street, 1948, James Agee, Helen Levitt, Janice Loeb
11. Jänner 2019

Helen Levitts Fotografien sind ebenso von filmischen Entwicklungen geprägt wie ihre Filme von fotografischen Praktiken leben. Durchaus im Geist ihrer Zeit arbeitet sie ab den 1940er-Jahren in beiden Medien. Ihr erstes gemeinsam mit Janice Loeb und James Agee gedrehtes Werk In the Street revolutioniert den klassischen Dokumentarfilm durch bereits in ihrer Fotografie erprobte Mittel: Mit Blick für surreale Details hält sie im New Yorker Stadtteil Harlem (meist unbeobachtet) alltägliche Interaktionen von Kindern und Erwachsenen als bühnenhaftes Schauspiel fest. Die dynamischen, oft komischen Körperbewegungen sind nicht zuletzt dem Slapstick-Kino geschuldet. Levitts direkte Form der Wirklichkeitswiedergabe und ihr Interesse an der ethnographischen Spurensuche machen ihre Handschrift auch in ihren Folgeprojekten The Quiet One und The Savage Eye sichtbar, bei denen sie im Rahmen eines größeren Produktionsteams für die Kamera verantwortlich ist. (Walter Moser)
 
Die Schau findet in Kooperation mit der Albertina statt, wo eine Fotoaustellung zu Helen Levitt noch bis 27.1. zu sehen ist.