Retrospektive "Blacklisted"

Vergriffen
Die Retrospektive der Viennale und des Österreichischen Filmmuseums beleuchtete 2000 eines der dunkelsten Kapitel der amerikanischen Filmgeschichte: die Verfolgung so genannter "unamerikanischer" – das heißt vor allem: linker – Aktivitäten von Filmschaffenden im ganzen Land durch rechtsgerichtete Politiker und Organisationen. Während man das Thema gemeinhin mit dem Namen des republikanischen Senators Joseph McCarthy und mit einer vergleichsweise kurzen Periode von Mitte der 40er bis Anfang der 50er Jahre assoziiert, zeigte die Viennale-Retrospektive, dass die Wurzeln des Vorgehens gegen unliebsame – nämlich kritische und sozial engagierte – Filmschaffende weiter zurückliegen und weit über die McCarthy-Ära hinaus Folgen zeitigten. So spannte sich der historische Bogen der rund 40 gezeigten Filme, von denen viele absolute Raritäten sind, von 1937 bis 1969. Die Retrospektive beschrieb, welchen Bruch diese Vorgänge in der Tradition eines realistischen, engagierten linken Filmschaffens in den Vereinigten Staaten bedeutete. Für diese einzigartige Retrospektive konnte die Viennale Thom Andersen und Noël Burch als Kuratoren gewinnen.
 
Mit Beiträgen von Thom Andersen, Noel Burch, John Howard Lawson, Charles Eckert, Jonathan Rosenbaum und J. Hoberman.
 
Retrospektive "Blacklisted. Movies by the Hollywood Blacklist Victims"
Eine Publikation der Viennale
Wien 2000, 127 Seiten, in deutscher und englischer Sprache
 
Zusätzliche Materialien
In person Videodokument Marsha Hunt 21. Oktober 2000
In person Videodokument John Berry 20. Oktober 1998
Link Retrospektive Oktober 2000 (PDF)