The Thief of Bagdad

The Thief of Bagdad (1940)

Regie: Ludwig Berger, Michael Powell, Tim Whelan, Alexander Korda, Zoltan Korda, William Cameron Menzies; Produktion: Alexander Korda, André de Toth; Drehbuch: Lajos Biro; Kamera: Georges Perinal; Ausstattung: Vincent Korda, Ferdinand Bellan; Musik: Miklos Rozsa; Darsteller: Conrad Veidt, June Duprez, Sabu, John Justin, Rex Ingram. Farbe, 106 min
 
Mit weniger düsteren Absichten als der schwarz verhüllte Großwesir Jaffa überreicht Produzent Alexander Korda 1940 seinem vom Krieg heimgesuchten Publikum die Blaue Rose des Vergessens. The Thief of Bagdad ist ein Jungbrunnen und schönes Beispiel für naiv-raffiniertes Ausstattungskino. Sechs Regisseure inszenieren den verschwenderischen Märchen-Großfilm, an dem Michael Powells Beitrag unübersehbar bleibt. Gleichsam als Vignette gleitet ein auf den Schiffsbug gemaltes Auge durchs erste Bild, um von einer hypnotischen Großaufnahme von Jaffas unheilsgebietendem Blick ­abgelöst zu werden - Motive, die Jahre später in Peeping Tom ­wiederkehren. Die Feenwelt mit Perversion durchsetzt oder umgekehrt. Das Ergebnis sieht so prachtvoll aus, als hätte Kiplings Einsicht „All art is one“ die Labors von Disney beflügelt, ein Musical mit einem poetischen Horrorfilm zu kreuzen und das Ergebnis durch orientalische Palastfluren hinaus aufs Meer der Kindheit und des Abenteuerfilms zu entlassen. (H.T.)

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