Black Narcissus

Black Narcissus (1947)

Regie, Drehbuch: Michael Powell, Emeric Pressburger nach dem Roman von Rumer Godden; Kamera: Jack Cardiff; Ausstattung: Alfred Junge, William Kellner; Kostüm: Hein Heckroth; Musik: Brian Easdale; Darsteller: Deborah Kerr, Sabu, Jean Simmons, David Farrar, Kathleen Byron. Farbe, 102 min
 
Ein Film fiebriger, exotischer Kontraste und mühsam unterdrückter Spannungen. Sich entzündend am Weiß der Nonnenkleidung, explodieren die goldbraunen Farben Indiens wie überreife Früchte. Das sensuelle Potential seiner Schauspieler habe Powell, so David Thompson, mit zurückzuckender Ekstase behandelt, als wäre die unter den Eisgipfeln des Himalaya angesiedelte Gothic Romance von einer durch Abstinenz halb verrückten Nonne inszeniert. Das Kloster ist eine auf nacktem Stein gebaute, von eisigen Winden durchflüsterte Muschelschale gestorbener Sexualität und sinnlicher Götter. Indien, gebaut zur Gänze im Studio, Leidenschaft als Farbwert in Technicolor und die Qual des Herzens als vertikales Ornament. Black Narcissus ist ein tollkühnes Melodram - bigger than life in jeder Phase seines Bauplans, seiner Gesten und Bilder, seiner Leidenschaftlichkeit, seiner vollkommenen Künstlichkeit. (H.T.)

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