Aerograd

Aėrograd (1935)

Regie, Drehbuch: Aleksandr Dovženko; Kamera: Ėduard Tissė, Michail Gindin, Nikolaj Smirnov; Musik: Dmitrij Kabalevskij; Darsteller: Stepan Šagajda, Sergej Stoljarov, Evgenija Mel'nikova, Stepan Škurat, G. Coj. 35mm, s/w, 81 min
 

Einer der schönsten Beiträge zur Utopie, die zu träumen es vor unendlich langen Jahren noch möglich war in einem dahingeschwundenen Reich namens Sowjetunion – wenn man über den Enthusiasmus, die Traumkraft und Naivität Aleksandr Dovženkos verfügte. Am Ende der Welt, dort, wo Taiga und Pazifik aneinanderstoßen, soll Aėrograd, die Stadt der Zukunft entstehen. „Achtzig Sonnen lang“ ist ein arktischer Trapper auf Schiern über die verschneiten Weiten geeilt, um den Bau dieses neuen Jerusalems mit anzusehen, ein mongolisches Lied auf den Lippen, das die Teile des Films wie eine lyrische Klammer verbindet. Die Montage, die Dovženko in den Tonfilm hinüberrettet, verleiht ihm einen Zauberstab der Abstraktion. Mitten in schäumenden Wolken formieren die aus allen Himmelsrichtungen kommenden Flugzeuge der Roten Armee, orchestriert vom An- und Abschwellen der Motorenmusik, ein himmlisches Muster wie auf den Collagen Rodčenkos und den kühnsten Textilentwürfen der russischen Avantgarde. (H.T.)

Spieltermine:

Do 12.06.2014 19:00
(Russ. OmdU)