Touch of Evil (Foto: Cinémathèque suisse)

Touch of Evil (1958)

Regie, Drehbuch: Orson Welles nach Badge of Evil von Whit Masterson; Kamera: Russell Metty; Musik: Henry Mancini; Darsteller: Charlton Heston, Janet Leigh, Orson Welles, Marlene Dietrich, Akim Tamiroff, Jospeh Calleia, Dennis Waever, Joseph Cotten, Zsa Zsa Gabor. 35mm, s/w, 108 min

 
Am Beginn: die ganz und gar unglaubliche Kamerafahrt, die einem Auto folgt, in dessen Kofferraum eine Bombe tickt. Am Höhepunkt des Films wird eine ähnlich virtuose Einstellung wiederkehren – ein verrückt schwebendes Muster girlandierender Körper- und ondulierender Kamerabewegungen. Orson Welles’ Werke verraten in wenigen Sekunden, wer ihr Autor und dass dieser ein optisches Genie des Tonfilms ist. Jede Sequenz dieses Thrillers legt Zeugnis ab für Welles’ Willen, das Kino hybrid, krank und klaustrophobisch nochmals neu zu erschaffen. Mit prophetischer Wucht stellt er dem Ideal der heilen Kleinstadt einen korrupten, von Schatten, Lüge und Gier heimgesuchten Ort an der Grenze entgegen – der Grenze Mexikos und Grenze des Dunkels. Und mit der Rolle des vor Brutalität und Unerlöstheit schwitzenden Polizeichefs fügt er der Galerie von ihm selbst verkörperter einsamer, verkrüppelter Machtmenschen eine weitere tragische Person hinzu: bigger than life. (H.T.)

Spieltermine:

Sa 09.05.2015 21:15
(Engl. OmdU)
Do 28.05.2015 21:00
(Engl. OmdU)