Setfoto "It's All True" (Foto: Cinémathèque suisse)

It's All True (1942/93)

Regie: Orson Welles, Norman Foster (1942), Richard Wilson, Myron Meisel, Bill Krohn (1993); Drehbuch: Krohn, Meisel, Wilson; Kamera: George Fanto (1942), Gary Graver (1993); Musik: Jorge Arriagada; Erzähler: Miguel Ferrer. 35mm, Farbe und s/w, 86 min

 
1942 arbeitet Orson Welles an drei Werken gleichzeitig – an The Magnificent Ambersons, an Journey Into Fear, am halbdokumentarischen Episodenfilm It's All True. Das Resultat des Kreativitätsrausches: zwei amputierte Filme und ein erzwungener Torso, von dem 1980 und 1985 Fragmente in Lagerräumen wiederentdeckt werden. 60 Stunden Farb-, 20 Stunden Schwarzweißfilm: über Stierkampf und Slums, die Geburt der Musik aus dem Fieber des Samba und die 1650-Meilen-Meeresfahrt der jangadeiros auf einem Vier-Mann-Floß von Fortaleza nach Rio; damit protestierten die Fischer Nordbrasiliens gegen ihr Elend und wurden zu Volkshelden. Die brasilianische Regierung verdächtigt Welles als Kommunisten, der US-Nachrichtendienst hält ihn für einen sozial engagierten Liberalen, und das RKO-Studio sieht in ihm einen ästhetischen Anarchisten, der die Gelder des Studios verschleudert. Die Dreharbeiten werden gestoppt. Mit It's All True, so Welles, hätte die lange Geschichte seines Scheiterns begonnen. (H.T.)

 
Zur Einführung: Michael Omasta über Orson Welles

Spieltermine:

Mi 13.05.2015 19:00
(Frz./Engl. OmfU)