Citizen Kane

Citizen Kane (1941)

Regie: Orson Welles; Drehbuch: Herman J. Mankiewicz, Welles, John Houseman; Kamera: Gregg Toland; Musik: Bernard Herrmann; Darsteller: Orson Welles, Agnes Moorehead, Joseph Cotten, Everett Sloane. 35mm, s/w, 117 min

Ein Puzzle, das sich nie zum Ganzen fügt, und ein Xanadu exzentrischer Schatten-Bilder, formiert um ein Rätsel, welches sich als Nichts erweist, als ungelebte Sehnsucht, preisgegebener Traum. Der tiefste Grund seiner Durchlaucht des Zeitungsmagnaten, Senatsanwärters und All-American Citizen Kane und zugleich das Zentrum des Films, der seinen Namen trägt: ein Loch, eine Leere. Das, was zu leben versäumt wurde und in den Bildern nicht aufscheint: Glück, Liebe. Oder etwas Ausständiges, Offenbleibendes: „Rosebud“ (wie der Mund des Sterbenden flüstert). Dem Film noir hat Citizen Kane mit krankhaft in die Tiefe kippenden Perspektiven und verschachtelten Erzählebenen alle Wege gewiesen und die Tore in dunkle Irrgärten geöffnet. Welles bringt 1941 den Beweis, dass Kino so geschmeidig mit dem Plural der Zeit zu verfahren vermag wie der avancierteste Roman der Moderne. Bahnbrechend auch der Einsatz der Musik Bernard Herrmanns, dem Welles die Hälfte des künstlerischen Erfolgs zuschrieb. (H.T.)

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