Eva

Eva (1962)

Regie: Joseph Losey; Drehbuch: Hugo Butler, Evan Jones nach Eve von James Hadley Chase; Kamera: Gianni Di Venanzo, Henri Decaë (ungenannt); Musik: Michel Legrand; Darsteller: Jeanne Moreau, Stanley Baker, Virna Lisi, James Villiers, Giorgio Albertazzi, Peggy Guggenheim, Vittorio De Sica, Joseph Losey. 35mm, s/w, 125 min Restaurierte Fassung

 
Tyvian Jones ist Gast der Filmfestspiele in Venedig, wo die Verfilmung seines Romandebüts als Sensationserfolg gefeiert wird. In einer Bar unterhält er das Publikum mit Geschichten aus den Bergwerken von Wales. Später wird klar, dass er sich diese ebenso arrogiert wie den Roman, den in Wahrheit sein inzwischen verstorbener Bruder verfasst hat. Und nicht nur als Künstler ist er ein Hochstapler, auch privat: verlobt mit Francesca – und wie wild hinter dem titelgebenden Callgirl her. Eva markiert einen Wendepunkt in der Karriere des Regisseurs, der mit Tyvian ein krasses Porträt seiner selbst zeichnet. Erstmals kann Losey seinem Kunstwillen hier Ausdruck verleihen, was sich in musikalischen (Billie Holiday) und literarischen Zitaten (T.S. Eliot), in kristallinen Dialogen (Tyvian: „What do you hate most, apart from men?“ Eva: „Old women.“) und hochartifizieller Bildsprache niederschlägt – als hätte Antonioni einen Film noir gedreht. (M.O.)

 
Österreich-Premiere des rekonstruierten Director’s Cut. Eva wurde von den Produzenten stark gekürzt und „überarbeitet“ und in der Folge von Losey verleugnet. 2005 legte das EYE Film Institute diese Fassung vor, die jener des Regisseurs am nächsten kommt.

Spieltermine: