Imbarco a mezzanotte / Stranger on the Prowl (Foto: Cineteca di Bologna)

Imbarco a mezzanotte/Stranger on the Prowl (1952)

Regie: Joseph Losey (Strohmann: Andrea Forzano); Drehbuch: Ben Barzman; Kamera: H. Alekan, A. Fiore; Musik: Giulio Cesare Sonzogno; Darsteller: Paul Muni, Joan Lorring, Vittorio Manunta, Henri Alekan, Noël Calef. 35mm, s/w, 82 min*

 
Zum Auftakt:

A Man on the Beach (1955) von Joseph Losey. Drehbuch: Jimmy Sangster; Darsteller: Donald Wolfit, Michael Medwin. 35mm, Farbe, 29 min 

 
John Weber, bekennender Kommunist und gewiefter Hollywoodagent, hat diese italienisch-amerikanische Produktion eingefädelt. Geplant war eine Reihe von Filmen, die den Blacklist-Opfern die Weiterarbeit in Europa ermöglichen sollte, doch es kam nur noch ein weiterer zustande (Bernard Vorhaus’ Luxury Girls, 1952). Stranger on the Prowl ist die Geschichte eines namenlosen Fremden, der völlig mittellos in einer Hafenstadt strandet, und des sechsjährigen Giacomo. Der kleine Bub stiehlt in einem Geschäft unbemerkt eine Flasche Milch; der Fremde greift sich ein Stück Käse und tötet ungewollt die Besitzerin. Ihre gemeinsame Flucht kreuz und quer durch die Stadt dauert bis spät in die Nacht. Selbst wenn der Film, wie er heute vorliegt, wenig mehr als ein Fragment ist (ursprüngliche Laufzeit: drei Stunden!), so hat die Fremdenhatz der Polizei immer noch etwas zutiefst Beunruhigendes: „Wie sah er aus?“ – „Wie ein hungriger Mann.“ Davor ein Hammer-Kurzfilm, ein Experiment in Farbe: Casino-Dieb in Frauenkleidern sucht Zuflucht in der Hütte eines blinden Dichters. (M.O.) 

 
* Restaurierte Fassung der Cineteca di Bologna

Spieltermine: