The Lady from Shanghai

The Lady from Shanghai (1948)

Regie: Orson Welles; Drehbuch: Welles, William Castle, Charles Lederer, Fletcher Markle (alle drei ungenannt) nach If I Die Before I Wake von Sherwood King; Kamera: Charles Lawton, Rudolph Maté (ungenannt); Musik: Heinz Roemheld; Darsteller: Rita Hayworth, Orson Welles, Everett Sloane, Ted de Corsia. 35mm, s/w, 87 min

 
Amerikas Ideale, Idole, Fetische – gebrochen im Parabolspiegel des Alptraums oder observiert von einem modernen Hieronymus Bosch. Die Motive des Film noir steigert The Lady from Shanghai zum bizarren Exzess. Macht, Geld, weibliche Schönheit: Spirale aus Talmi, Gefängnis des Scheins. Der Betrug zum universalen Prinzip erhoben. Monstren, die Menschen spielen. Hinter den Fassaden Verruchtheit, hinter der Verruchtheit Leere. Niemand ist, was er zu sein vorgibt, mit Ausnahme des sanften Ich-Erzählers und irischen Seemannes O’Hara, den Orson Welles in eigener, phlegmatisch träumender Person wie ein Kind durch den Irrgarten des Films wandeln lässt. Im Finale finden sich die Träume vernichtet und die Bilder zerstört wie Reflexionen in einem endlos zerbrechenden Spiegelkabinett. Vision des Scheiterns. Sieg der Desillusion. (H.T.)

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