Chimes at Midnight (Falstaff)

Chimes at Midnight (Falstaff) (1966)

Regie: Orson Welles; Drehbuch: Welles nach Stücken von Shakespeare und Holinshed’s Chronicles; Kamera: Edmond Richard; Musik: Angelo Francesco Lavagnino; Darsteller: Orson Welles, Jeanne Moreau, Margaret Rutherford, John Gielgud, Marina Vlady. 35mm, s/w, 109 min

 
Gehuldigt wird dem Titelhelden und durch ihn hindurch der Liebe zum Leben, zu den Lüsten, den Sinnesgenüssen und zu sich selbst. „Die größte Darstellung eines guten Mannes, des vollkommensten guten und reinen Menschen in allen Shakespeare-Dramen“, sagt Orson Welles. Seine Güte sei wie Brot, wie Wein. Aber sein Lenz ist im Schwinden, sein Lebenssaft verrinnt, der Gefährte seiner Tollereien, Prinz Hal, kündigt, kaum König geworden, die Freundschaft auf. Wie ein verlorener Troll, ein kugelförmiges organisches Relikt aus Vorzeiten, schreitet er ein letztes Mal am Hof durch die aus Wäldern von Lanzen und Schildern funktional abweisend gebaute Staatsmaschine. Auch dort, wo Falstaff unter freiem Himmel im Wintergelände inszeniert ist, wirken seine Bilder wie Architekturkompositionen. Verschobene Architektur, schräg gestaffelt, dem Umkippen, Fallen, Einstürzen nahe. Wie immer bei Welles erzählt die Kamera ihre eigene wollüstige Geschichte und ihren eigenen unabhängigen Film im Film. (H.T.)

Spieltermine:

So 31.05.2015 21:00
(Engl. Omd/fU)