Küchengespräche mit Rebellinnen, 1984, Karin Berger

Küchengespräche mit Rebellinnen (1984)

Regie: Karin Berger, Elisabeth Holzinger, Lotte Podgornik, Lisbeth N. Trallori; Kamera: Gerda Lampalzer; Musik: Carla Bley. DCP, Farbe, 79 min
 
Davor:
20/68 Schatzi (1968) von Kurt Kren. 16mm, sw, 2 min
 
Ein Klassiker des österreichischen Kinos, der nichts von seiner Direktheit und emotionalen Kraft verloren hat. "Projektgruppe Frauen im antifaschistischen Widerstand" lautet die Urheberzeile im Abspann – die Macherinnen haben vier Frauen Raum (und Zeit) gegeben, um über ihre Erfahrungen aus der NS-Ära zu erzählen. Rosl Grossmann-Breuer, Anni Haider, Agnes Primocic und Johanna Sadolschek-Zala haben damals unter Lebensgefahr Widerstand geleistet: Juden bei der Flucht vor dem KZ geholfen, die Partisanen unterstützt, der Folter durch die Gestapo und der Einzelhaft getrotzt. Die schmerzlichen Erinnerungen, nach denen 40 Jahre lang niemand fragen wollte, schildern sie unprätentiös und einfach, mit erstaunlicher Ruhe: Aus ihren Erzählungen spricht eine Poesie der Wahrheit, eine Unbeugsamkeit und Würde, die nach wie vor durch Mark und Bein geht. Davor ein knapper Kontrapunkt: Kurt Kren filmt ein Foto, das sich erst allmählich als Bild eines SS-Offiziers vor einem Leichenberg offenbart. (C. H.)
 
In Anwesenheit der Filmemacherinnen

Spieltermine: