Maria do mar (Maria aus dem Meer), 1930, José Leitão de Barros (Foto: Cinemateca Portuguesa)

Maria do mar (Maria aus dem Meer) (1930)

Regie: José Leitão de Barros; Drehbuch: José Leitão de Barros, António Lopes Ribeiro; Kamera: Salazar Dinis, Manuel Luís Vieira; Darsteller: Rosa Maria, Oliveira Martins, Adelina Abranches, Alves da Cunha, Perpetua dos Santos. 35mm, sw, ca. 94 min
 
Für ihre erste vollständige Restaurierung wählte die Cinemateca Portuguesa "einen der schönsten Stummfilme" des nationalen Kinos. Maria do mar wurde vom portugiesischen Kinopionier José Leitão de Barros mit dem Vorsatz gemacht, einen "dramatisierten Dokumentarfilm" über das Leben in einem Fischerdorf zu drehen – ein Zeitgenosse Flahertys und ein Vorläufer des Neorealismus (das zentrale Sujet erinnert an Viscontis La terra trema). Als narrativer Aufhänger dient eine Romeo-und-Julia-Geschichte: Die Liebesbeziehung der Kinder zweier Familien, die verfeindet sind, seitdem bei einem Schiffbruch ein Teil der Besatzung umkam. Aber die wahre Stärke des Films liegt in seiner eindringlichen Bildsprache: von den Nahaufnahmen der gegerbten Gesichter zu den beeindruckenden Kompositionen, mit denen die Vorahnung des Todes – das Dorf als ein Reich voller schwarzgekleideter Witwen – oder die Wildheit des Meeres beschworen werden.
 
Am Klavier: Elaine Loebenstein
 
Courtesy of Cinemateca Portuguesa

Spieltermine:

Mi 19.12.2018 18:30
(Port. ZTmeU)