Maria Lassnig: Films in progress

Kopf, ca. 1970, Maria Lassnig © 2017 Maria Lassnig Stiftung
5. April 2018

Die 2014 verstorbene Maria Lassnig gilt international als eine der wichtigsten Malerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre aus der eigenen Körpererfahrung entwickelte lyrische Abstraktion – die sogenannte "Body Awareness", in der sich seelisches Erleben und physisches Empfinden verbinden – fand Anfang der 1970er Jahre auch filmischen Ausdruck. Im Zuge ihres New Yorker Exils besuchte Lassnig einen Animationsfilmkurs an der School of Visual Arts und begann auf 8mm und 16mm zu filmen.

Während einige dieser New Yorker Filmarbeiten zum Lassnig-Kanon zählen, blieben viele Filmwerke dieser Schaffensphase unvollendet: "Films in progress", Fragmente, welche dokumentarische Aufnahmen von Freundinnen und Kollegen, dem Atelier und den Straßen New Yorks mit Animationstechniken und Zeichnung frei kombinieren. Die Filme sind zugleich autobiografische Notiz und gestalterisches Experiment, in dem sich viele Sujets und Techniken aus Lassnigs Werk wiederfinden.

Für die Maria Lassnig Stiftung wurde dieser filmische Nachlass von zwei engen Vertrauten Lassnigs – Hans Werner Poschauko und Mara Mattuschka – aufgearbeitet. Das Österreichische Filmmuseum digitalisierte die Originalmaterialien, welche Poschauko/Mattuschka dann im Sinne von Maria Lassnigs ursprünglichem Konzept sowie ihren Aufzeichnungen folgend fertigstellten. Die Filme werden in alphabetischer Reihenfolge gezeigt, gerahmt von drei Hauptwerken Maria Lassnigs: Self Portrait und Iris (beide 1971) sowie dem großen autobiografischen, mit Hubert Sielecki produzierten "Bänkelsang" Kantate (1992).
 
Die Weltpremiere von "Films in progress" fand im Jänner 2018 im MoMA, NY statt. Die Vorführung im Filmmuseum ist die Europapremiere der Filme. Die "Films in progress" werden im digitalen Format präsentiert, alle anderen Filme in analogen Filmkopien.