Treibgut: Marshallplan-Filme

Houen zo!, (ECA Niederlande) 1952, Herman van der Horst (Foto: EYE Film Institute Netherlands/Jacob Merkelbach)
29. April 2018

Im Frühjahr 1948 lancierte die US-Regierung den Marshallplan zum Wiederaufbau Europas. Noch heute gilt er vielen als erfolgreichstes Hilfsprogramm aller Zeiten – als Programm, das Westeuropa zum Wirtschaftsboom verhalf und es vor dem drohenden Untergang (und dem Kommunismus) bewahrte.
 
1948 allerdings hielt sich die Begeisterung für den Marshallplan in Grenzen. Maria Fritsches neues Buch The American Marshall Plan Film Campaign and the Europeans. A Captive Audience? veranschaulicht, wie die Amerikaner versuchten, die Europäer/innen für den Marshallplan und die damit verbundenen Modernisierungsmaßnahmen zu gewinnen. Zu diesem Zwecke produzierten die USA etwa 200 Kurzfilme. Unter dem Motto By Europeans, for Europeans beauftragten sie europäische Filmemacher mit den Filmprojekten. Unter ihnen namhafte Dokumentarfilmer wie Humphrey Jennings oder John Ferno, aber auch junge Talente wie den später erfolgreichen Regisseur Georg Tressler. Die Propagandastrategie der Filmoffiziere: Aufbau- und Modernisierungsleistungen des Marshallplans zu illustrieren, allerdings unter Verzicht auf "holzhammer methods" (Stuart Schulberg).
 
Maria Fritsche, "The American Marshall Plan Film Campaign and the Europeans. A Captive Audience?", London/New York: Bloomsbury Academic 2018
Zusätzliche Materialien