Land der Vernichtung
Filme über die Konzentrationslager 1945–1989

Ostatni etap (Die letzte Etappe), 1947, Wanda Jakubowska
16. bis 21. September 2018
 
Rund um das 10. Dialogforum Mauthausen zu "Holocaust in Film und Neuen Medien" präsentiert das Filmmuseum eine Auswahl außergewöhnlicher Filme über die Konzentrationslager. An den jeweiligen Abenden werden Werke in direktem Dialog miteinander präsentiert, die in Summe einen Abriss wesentlicher filmischer Wendepunkte in der Beschäftigung mit dem Holocaust bis 1989 bilden.
 
Die erste Welle von KZ-Spielfilmen kam aus Osteuropa: Mit Die letzte Etappe (1947) schufen die Polin Wanda Jakubowska und andere Auschwitz-Überlebende ein Porträt des Lagerlebens, dessen "erlebte" Authentizität unerreicht bleibt – die Hauptfigur von Andrzej Munks Die Passagierin (1961/63) ist daraus entlehnt. Munks Meisterwerk gehört wie Der Boxer und der Tod (1963) vom Slowaken Peter Solan zur zweiten Generation analytischerer Auseinandersetzungen mit dem Thema. Als Pendant ein weiterer KZ-Boxerfilm: Triumph of the Spirit (1989) repräsentiert einen detailliert rekonstruierenden, weniger emotionalisierenden Hollywood-Zugang.
 
Im Westen hatte der Eichmann-Prozess 1961 verstärkte Beschäftigung mit dem Holocaust ausgelöst: Egon Monks kühler Bericht Ein Tag (1965) wurde zum Meilenstein in der deutschen Aufarbeitung, im allegorischen Kammerspiel L'Enclos (1960) vom Franzosen Armand Gatti wird ihm eine folgenschwere Nacht im KZ gegenüber gestellt. Den Schlusspunkt setzt der erste NS-Täterfilm der BRD Aus einem deutschen Leben (1977): ein gewaltiger Kontrapunkt zum kleinen TV-Mahnmal aus der Twilight Zone, das zur Eröffnungsdiskussion gezeigt wird, in der Filmschaffende über ihre filmische Auseinandersetzung mit dem Verdrängen und Erinnern sprechen.
 
Die Filmreihe findet in Kooperation mit dem Mauthausen Memorial statt, das am 17. und 18. September das 10. Dialogforum Mauthausen in der KZ-Gedenkstätte abhält.
Zusätzliche Materialien