Gunvor Nelson
Personale

Red Shift, 1984, Gunvor Nelson
My Name Is Oona, 1969, Gunvor Nelson
Take Off, 1972, Gunvor Nelson
Time Being, 1991, Gunvor Nelson
18. Jänner 2019

Die Filmemacherin Gunvor Nelson möchte ihre Arbeiten als "personal films" verstanden wissen: "avantgardistisch" oder "experimentell" klingt ihr zu kühl. 1931 in Stockholm geboren, ging sie bereits in den frühen 1950ern nach San Francisco um Kunst und Malerei zu studieren. Dort lernte sie ihren späteren Mann Robert Nelson kennen und war wie er eine wichtige Figur der West-Coast-Kunstszene, wurde aber nicht in den männlich dominierten Kanon des New American Cinema aufgenommen. Ihr Debüt gab sie 1966 mit Schmeerguntz, eine selbst heute noch drastisch wirkende Gegenüberstellung medial vermittelter Bilder vom Frausein mit der Realität junger Mütter. Sie unterrichtete mehr als zwanzig Jahre am San Francisco Art Institute bevor sie sich 1993 entschloss, nach Schweden zurückzukehren. Seitdem arbeitet sie vor allem mit Video und Installationen und ist zur Malerei zurückgekehrt. Die Nähe zur Malerei ist vielen ihrer Filme anzumerken, sie begreift Film als modellierfähiges Medium, was in ihrer Faszination für Collagen, für die Bearbeitung mit Tinte und Farbe, die Rhythmisierung von Bild und Ton in der Montage, Überblendungen und dem Spiel mit Licht und Schatten zum Ausdruck kommt.
 
Gunvor Nelsons Filme kreisen um ihre Familie, die schwedische Landschaft und die Beobachtung der Natur. Dabei sucht sie stilistisch variantenreich die Ambivalenz des Lebens und seiner Erscheinungen zu zeigen: in seiner Schönheit, seiner Vergänglichkeit und Komplexität. Aufgrund ihres hohen Alters kann Nelson leider nicht nach Wien reisen. (Brigitta Burger-Utzer)
 
Die Personale findet in Kooperation mit sixpackfilm statt.