Mouchette, 1967, Robert Bresson

Mouchette (1967)

Regie: Robert Bresson; Drehbuch: Bresson nach dem Roman „Nouvelle histoire de Mouchette“ von Georges Bernanos; Kamera: Ghislain Cloquet; Musik: Jean Wiener, Claudio Monteverdi; Schnitt: Raymond Lamy; Darsteller: Nadine Nortier, Jean-Claude Guilbert, Maria Cardinal, Paul Hébert. 81 min, OmdU
 
Ein Spießrutenlauf mit unvermeidlichem tödlichen Ausgang, angepasst an den trotzigen Blick und die bockigen Gesten seiner Protagonistin: Die kleine Mouchette hetzt durch die zutiefst engstirnige, von täuschend pastoralen Wiesen gesäumte Welt eines französischen Provinzdorfes, immer weiter durch Enttäuschungen, Anfeindungen, Verletzungen, bis ihr schließlich das Ausbleiben einer bedeutungslosen Geste genug ist, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Mouchette ist wahrscheinlich der intensivste, jedenfalls der atemloseste unter Bressons unnachgiebigen Entwürfen, dem Publikum wird nichts geschenkt, weil auch seine Hauptfigur (aus Erfahrung) allen Geschenken misstraut: Wenn sie einmal eine Geste der Zuneigung erfährt, weiß sie gar nicht, wie ihr geschieht. Was vielleicht noch erschütternder ist als ihre eigentümlich erlösende Entscheidung, die ihr unbegreifliche Qual ihrer Existenz zu beenden. (C.H.)