Journal d'un curé de campagne

Journal d'un curé de campagne (1951)

Regie: Robert Bresson; Drehbuch: Bresson nach dem Roman von Georges Bernanos; Kamera: Léonce-Henri Burel; Schnitt: Paulette Robert; Musik: Jean-Jacques Grünewald; Darsteller: Claude Laydu, Léon Arvel, Balpêtre, Jean Danet. 110 min, OmeU
 
In seiner ersten Bernanos-Verfilmung bricht Bresson endgültig mit dem, was man gemeinhin Kino nennt (ihm aber nur "verfilmtes Theater" war), und legt den ersten Entwurf zu seinem sogenannten "Kinematographen" vor, der mit betont emotionslos spielenden Laien - Bressons "Modellen" -, Verweigerung dessen, was im Kino als "dramatisch" gilt, und höchster Ökonomie und Präzision in Ton, Bild und deren Zusammenspiel eine neue Ästhetik ausformulierte. Journal d'un curé de campagne berichtet von einem todkranken Priester, der feststellen muss, dass seine neue Gemeinde kein Interesse an Religion hat, beschreibt sein verzweifeltes Ringen um Anerkennung und Gnade, die er erst im Akzeptieren seines Schicksals zu finden vermag. Ab diesem Film, könnte man sagen, hat Bresson nur mehr Meisterwerke gedreht, würde seine Art des Filmemachens den Begriff Meisterwerk nicht hinfällig machen. (C.H.)