Pickpocket

Pickpocket (1959)

Regie, Drehbuch: Robert Bresson; Kamera: Léonce-Henri Burel; Musik: Jean-Baptiste Lully; Schnitt: Raymond Lamy; Darsteller: Martin Lassalle, Marika Green, Pierre Leymarie, Jean Pelegri. 75 min, OmeU
 
Ein knapper Film von elektrisierender Dichte, was sich der keineswegs mondänen, sondern höchst sparsamen Eleganz verdankt, in die Bresson seine Sujets zu kleiden wusste. Der (von Dostojewski inspirierte) Protagonist von Pickpocket ist ein Kleinkrimineller, der sich der Kunst des Taschendiebstahls verschreibt, ihr schließlich verfällt und sich gänzlich von menschlichem Kontakt zurückzieht, um nur noch seiner Leidenschaft zu huldigen. Bressons Kinematograph handelt stets auch, ganz wörtlich, vom Begreifen: Hier entwirft er zwischen dem Eilen von einem Stillstand zum nächsten mit plötzlicher Grazie ein mitreißendes Ballett der Hände, Übergriffe; gespiegelt darin eine Erzählung von Schuld und Sühne, Moral und Vergebung. Als dem gescheiterten Helden nach all den vergeblichen Mühen am Ende eine kleinste Berührung des Verzeihens zuteil wird, besitzt sie die Wucht eines Donnerschlags. (C.H.)

 
In Anwesenheit der Hauptdarstellerin Marika Green am 7. April.