Quatre nuits d'un rêveur

Quatre nuits d'un rêveur (1971)

Regie: Robert Bresson; Drehbuch: Bresson nach dem Roman "Weiße Nächte" von F.M. Dostojewski; Kamera: Pierre Lhomme, Ghislain Cloquet; Darsteller: Isabelle Weingarten, Guillaume des Forêts, Jean-Maurice Monnoyer, Jérôme Massart. 83 min, OmdU
 
Ein unterschätzter Eintrag in Bressons Werk, was nicht am Film, sondern an der Verbohrtheit vieler Exegeten liegt, die Bresson ausschließlich über Religiosität und Ernsthaftigkeit beizukommen suchten. Diese nur von deren Gesichtspunkt aus überraschend humorvolle und von weltlicher Ironie geprägte Erforschung des Wesens romantischer Liebe gewann mit sublimer Erotik und der angeblich unzeitgemäßen (weil auf plakatives soziales Engagement verzichtenden) Beschreibung der Jugend wenige Freunde, heute zeigt sie sich als gültiges Porträt immerwährender Selbsttäuschung: Ein schüchterner Künstler sucht nach Erfüllung und Leidenschaft; als er eine suizidale junge Frau trifft, entspinnt sich über vier Nächte hinweg ein Näherkommen, das im letzten Moment scheitert - und vom Protagonisten prompt in ein Kunstgebilde verwandelt wird. Einer von Bressons schönsten Filmen, nicht zuletzt wegen seines enigmatischen Porträts des nächtlichen Paris. (C.H.)

 
Mit Dank an Gian Vittorio Baldi, Produzent des Films