Au hasard Balthazar

Au hasard Balthazar (1966)

Regie, Drehbuch: Robert Bresson; Kamera: Ghislain Cloquet; Musik: Jean Wiener, Franz Schubert; Schnitt: Raymond Lamy; Darsteller: Anne Wiazemsky, François Lafarge, Philippe Asselin, Pierre Klossowski. 95 min, OmeU
 
Bressons emotional und thematisch reichster Film: Die Geschichte des Esels Balthazar und seiner Besitzer - unter anderem ein starrsinniges Bauernmädchen, ein satanischer Halbstarker mit Engelsstimme und ein nahezu heiliger, stets betrunkener Narr -, ein Katalog der bewussten und unbewussten Grausamkeiten, die Menschen einander und anderen Kreaturen antun. Die entmutigenden Ereignisse werden dabei mit melancholischem Gleichmut verzeichnet, was Au hasard Balthazar seltsamerweise zu einem der schönsten, berührendsten Mysterienspiele der Filmgeschichte macht. Tiere haben bei Bresson immer wieder eine wesentliche, beinahe metaphorische Rolle gespielt - die gejagten Hasen in Mouchette, das unerträgliche Winseln des Hundes in L’Argent - in Balthazars leeren Augen, auf die die Kamera immer wieder blickt, scheint sich auf unergründliche Weise die Traurigkeit der ganzen Welt zu spiegeln. (C.H.)