Les Dames du bois de Boulogne

Les Dames du bois de Boulogne (1945)

Regie: Robert Bresson; Drehbuch: Bresson nach einer Episode aus Denis Diderots „Jacques le Fataliste et son Maître“; Dialog: Jean Cocteau; Kamera: Philippe Agostini; Musik: Jean-Jacques Grünewald; Darsteller: Paul Bernard, Maria Casarès, Elina Labourdette, Lucienne Bogaert. 97 min, OmeU
 
Ein giftig-göttliches Melodram, in dem Bresson eine Episode von Diderots „Jacques le Fataliste et son Maître“ in die Gegenwart verlegt: Eine eifersüchtige Frau (stechend: Maria Casarès) nimmt Rache an ihrem Ex-Liebhaber, indem sie ihn zu einer unstandesgemäßen Hochzeit verleitet. Noch arbeitet Bresson mit professionellen Schauspielern, gönnt sich visuelle Reize und auffällig elaborierte Kamerabewegungen - beidem schwor er anschließend im Namen des Essentialismus ab -, aber seine Kunst, das Drama aufs absolut Wesentliche zu reduzieren, jenseits der scheinbar realistischen Inszenierung eine durch Eiseskälte und Flammenlodern gezeichnete spirituelle Tragödie erfahrbar zu machen, ist bereits voll entfaltet. Ebenso wie Bressons akute Wachheit für gegenwärtige Verhältnisse: Seine beiden während des Kriegs entstandenen Filme sind nicht zuletzt Parabeln über Gefahren und Segnungen der Freiheit. (C.H.)