Les Anges du péché

Les Anges du péché (1943)

Regie: Robert Bresson; Drehbuch: Bresson, Jean Giraudoux nach einer Idee von Raymond Leopold Bruckberger; Kamera: Philippe Agostini; Musik: Jean-Jacques Grünewald; Darsteller: Renée Faure, Jany Holt, Sylvie, Mila Parély. 96 min, OmeU
 
Bressons erster Langfilm ist noch aus dem Geist des cinéma qualité inszeniert, er gibt im Thema wie in der Verwendung visueller und dramatischer Paradoxe aber bereits eine Ahnung von Bressons einzigartiger Kinematographie. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Nonne, die sich hingebungsvoll einer Gefangenen widmet, was schließlich tragische Folgen hat. Ein erster Bresson-Film über Gefangensein (im Konvent, im Gefängnis, überhaupt: im Regelwerk jeglicher Gesellschaft) und Erlösung, mit einem ungewohnt dialogreichen Drehbuch und - im späteren Werk undenkbar - Ansätzen zu Suspense. In Jany Holts bravourös unterspielter Darstellung der Gefangenen steckt aber schon die Vorahnung vom faszinierenden Nicht-Spiel Bresson’scher „Modelle“, das Schlussbild suggeriert Freiheit durch ein Bild von Handschellen, vierzig Jahre vor L’Argent. (C.H.)