Procès de Jeanne d'Arc

Les Affaires publiques (1934)

Regie, Drehbuch: Robert Bresson; Musik: Jean Wiener; Darsteller: Beby, Marcel Dalio, Andrée Servilanges, Gilles Margaritis. 24 min, OmeU

Procès de Jeanne d'Arc (1962)

Regie, Drehbuch: Robert Bresson; Kamera: Léonce-Henri Burel; Musik: Francis Seyrig; Darsteller: Florence Carrez, Jean-Claude Forneau, Roger Honorat. 63 min, OmeU
 
Les Affaires publiques, Bressons lange verschollenes Debüt, ist eine anarchische Farce, dem Geist von W.C. Fields und Jean Vigo verwandt. Und legt als seine einzige ausgewiesene Komödie eine Spur durch Bressons Werk, die bislang vernachlässigt worden ist. Procès de Jeanne d'Arc ist der trockenste der Filme um Jeanne d'Arc, der dem Kitsch, mit dem die Legende im Kino oft bekleidet wurde, nahezu bürokratische Präzision entgegensetzt. Wie Dreyer benutzt Bresson die originalen Prozessakten, aber es gibt keine Nahaufnahmen eines entrückten Falconetti-Gesichts, nur von Objekten, Händen, Füßen. Dazwischen strenge Halbtotalen des Verhörs. Bresson erreicht eine Ent-Dramatisierung des Prozesses, inszeniert den metaphysischen Kampf in vollendeter Beschränkung aufs Materielle. Das Bild des Scheiterhaufens am Ende wirkt wie das Tor zu einer anderen, unser Verständnis übersteigenden Welt. (C.H.)