Lancelot du Lac

Lancelot du Lac (1974)

Regie, Drehbuch: Robert Bresson; Kamera: Pasqualino De Santis; Musik: Philippe Sarde; Schnitt: Germaine Lamy; Darsteller: Luc Simon, Laura Duke Condominas, Humbert Balsan, Vladimir Antolek-Oresek. 84 min, OmeU
 
Bressons letzte drei Filme sind von beinahe nihilistisch anmutender Konzentration aufs Materielle geprägt, seine Version der Artus-Sage betreibt eine unerhörte reductio ad absurdum. Lancelot du Lac beginnt, wo die anderen (Kino-)Versionen der Legende zumeist schon ihr Ende erreicht haben, zu jenem Zeitpunkt, als die Gralssuche gescheitert ist und die müden Ritter ins dem Untergang geweihte Camelot zurückkehren. Ihre Ideale von Ritterlichkeit und Reinheit zerbröseln unter dem Hereinbrechen einer pragmatischeren Mentalität, konsequenterweise minimiert Bresson ihre immer bedeutungsloseren Rituale: Lanzengänge und Kämpfe als absurde Abfolgen fragmentierter Details, die in all ihrer Tödlichkeit nutzlose Wiederholung von Gesten austauschbarer Blech-Roboter sind. Wiewohl sparsam, düster und getragen, ist dieser ominöse Abgesang in gewisser Hinsicht Monty Pythons Knights of the Holy Grail verwandt. (C.H.)