Le Diable probablement

Le Diable probablement (1977)

Regie, Drehbuch: Robert Bresson; Kamera: Pasqualino De Santis; Musik: Philippe Sarde, Claudio Monteverdi; Schnitt: Germaine Lamy; Darsteller: Antoine Monnier, Tina Irissari, Henri de Maublanc, Laetitia Carcano, Régis Hanrion. 96 min, OmeU
 
Bressons gewaltiger vorletzter Film, eine von mitleidloser Verzweiflung geprägte Chronologie eines Todes. In zunächst verwirrender Anhäufung disparater Details setzt Bresson seinen leblosen Protagonisten in eine Welt aus fruchtloser Rebellion, ökologischen Desastern und menschlicher Grausamkeit. Alles, was didaktisch anmutet, erfährt aber in der Folge dialektische Widerlegung. Trotz seines Nihilismus kann sich die Hauptfigur letztlich nicht zum Akt des Suizids durchringen und beauftragt einen Freund damit. Auf seinem letzten Gang wird jedes unwichtige Ereignis zum mühsam verleugneten Wunder, beginnen die zahllosen Nebensachen zu Hauptsachen zu werden. (Oder umgekehrt.) Der Tod kommt schließlich unerwartet, mitten im Satz, was die Argumentation des Lebensunwilligen teuflischerweise erst ins Recht setzt. Und nur der Beginn einer retrospektiven Verzahnung täuschend einfach vorgetragener, aber unerträglich komplexer Widersprüche ist. (C.H.)