L'Argent

L'Argent (1983)

Regie: Robert Bresson; Drehbuch: Bresson nach Leo Tolstois Novelle "Der gefälschte Coupon"; Kamera: Pasqualino De Santis, Emmanuel Machuel; Musik: J.S. Bach; Schnitt: Jean-François Naudon; Darsteller: Christian Patey, Vincent Risterucci, Caroline Lang, Sylvie Van den Elsen. 85 min, OmeU
 
Eine gefälschte Banknote wird von arglosen Jugendlichen in Umlauf gebracht und kostet den unbescholtenen Yvon Beruf, Freiheit, Familie und schließlich die Seele. Bressons letzter Film schildert mit verstörend unparteiischer Präzision die Zerstörung eines Lebens, um in der letzten Szene eventuell einen perversen Akt der (Selbst-)Erlösung zu verzeichnen. L'Argent ist trotz seiner lapidaren Aneinanderreihung von Offensichtlichem ein Werk voll überwältigender Geheimnisse, trotz der auf den ersten Blick betont kunstlosen Form eine Arbeit höchster, selbstverleugnender Vollendung. Und erzählt mit seiner atemberaubend detailversessen nachsynchronisierten Tonspur, mit seiner aufreizend distanzierten Haltung zum geschilderten Chaos (die Handlung ist ein Katalog der Gewalt: Banküberfall, Autoverfolgungsjagd, Gefängnisaufstand, Massenmord) vor allem davon, welche Ressourcen das Kino bis heute ungenützt lässt. Die 16 Jahre bis zu seinem Tod hat Bresson keinen Film mehr gedreht, aber L'Argent ist eigentlich genug für die Ewigkeit. (C.H.)