Dezertir (Der Deserteur)

Dezertir (Der Deserteur) (1933)

Regie: Vsevolod Pudovkin; Drehbuch: Nina Agadžanova, M. Krasnostavskij, Aleksandr Lazebnikov; Kamera: Anatolij Golovnja; Musik: Jurij Šarorin; Darsteller: Boris Livanov, Tamara Makarova, Vasilij Čistjakov, Semen Svašenko, Vsevolod Pudovkin. s/w, 106 min
 
Dezertir ist der Prototyp experimentellen Umgangs mit Tonfilm. Dessen Konventionen sind 1933 noch nicht etabliert, jedenfalls nicht in der Sowjetunion. Vsevolod Pudovkin montiert Sprache, Geräusche und Musik, elaboriert, eigenständig, rhythmisch wie visuelle Elemente und keineswegs als parallele Bestätigung des Bildes. Dezertir erzählt die Geschichte eines vor den Nazis in die Sowjetunion fliehenden Dockarbeiters - Klassenkampf im Ham­burger Hafen. Pudovkin verwirklicht in seinem ersten Tonfilm ­Theorien, die er 1928 zusammen mit Sergej Eisenstein und Grigorij Aleksan­drov als Kritik der „naturalistischen Illusion sprechender Menschen und hörbarer Gegenstände“ entwickelt hat: „entschiedene Nichtübereinstimmung des Tons mit den FiIm­bildern“, „orches­traler Kontrapunkt von visuellen und akustischen Bildern“. (H.T.)

Spieltermine:

Di 05.05.2009 20:45
(Russ. OmdU)