Shizukanaru ketto (Das stumme Duell)

Shizukanaru ketto (Das stumme Duell) (1949)

Regie: Kurosawa Akira; Drehbuch: Taniguchi Senkichi, Kurosawa; Kamera: Aisaka Shoichi; Musik: Ifukube Akira; Darsteller: Mifune Toshiro, Sanjo Miki, Shimura Takashi, Uemura Kenjiro. s/w, 94 min, Japan. OmeU courtesy of The Japan Foundation
 
Der einzige Film des Regisseurs, der auf einem zeitgenössischen Theaterstück basiert. Ein Arzt zieht sich im Weltkrieg eine syphilitische Infektion zu. Er weiht niemanden in sein Schicksal ein und kehrt nach Nippon als einer zurück, der sich gezwungen hat, ein anderer zu sein. Im Herz zahlloser japanischer Filme stehen Imperative, die Sprecher wie Angesprochenen ursprünglich binden. „Überwinde dich!“, „Arbeite hart!“, „Gib das Beste von dir!“ Auch Kurosawas Werke sind bestimmt von diesem Befehl zur Tat. Er wird hier jedoch zu sich selbst gesprochen, wodurch der Sprecher sich zum Paradies seiner Handlung und zur Hölle seiner Einsamkeit verdammt - ein Sich-Abspalten vom Kollektiv, das Europäern oft als existentialistisch, Japanern noch öfters als „un-japanisch“ erscheint. Nur im Bruch, in der tragischen Vereinzelung versöhnt sich bei Kurosawa Japans tief schürfender Konflikt, der den Namen giri - ninjô oder, in fahler Übersetzung, „Pflicht versus menschliches Gefühl“ trägt. (H.T.)