Viva l'Italia

Viva l'Italia (1961)

Regie: Roberto Rossellini; Drehbuch: Sergio Amidei, Antonio Petrucci, Rossellini u.a.; Kamera: Luciano Trasatti; Musik: Renzo Rossellini; Darsteller: Renzo Ricci, Paolo Stoppa, Franco Interlenghi, Giovanna Ralli. Farbe, 129 min
 
Nicht nur ein Meisterwerk. Auch so etwas wie ein Wunder. Zur Hundertjahrfeier der Einigung Italiens dreht Rossellini im Auftrag der Regierung einen Film über den populärsten Helden der Nation. Rossellini zeigt Garibaldi als einfachen, im gleichen Augenblick ­charismatischen Mann, der Orangen isst, Rheumaschmerzen ­erduldet, Befehle erteilt, bei der Schlacht kühle Nerven bewahrt, Gefangene korrekt behandelt, es versteht, Enthusiasmus zu ­ent­fachen und im Ruhm immer nachdenklicher wird. Rossellini filmt Geschichte, als wäre sie gegenwärtig. Viva l'Italia ist ein Film, der sich resistent gegen nationales Fieber erweist und Garibaldi, obgleich Revolutionär (oder gerade deswegen), als Bruder im Geist des Franziskus. Sein Traum und der Rossellinis: ein vereintes Italien zum Zweck, dass jeder darin in Freiheit leben könne. Zuletzt ist ­dieser Film über die kämpferische vita activa also Reflexion über eine Idee. Sein Titel könnte auch lauten "Viva la libertà". (H.T.)
 
Einführung von Olaf Möller

Spieltermine:

Do 02.06.2011 20:45
(Ital. OmeU)