Das Brot der frühen Jahre, 1962, Herbert Vesely

Das Brot der frühen Jahre (1962)

Regie: Herbert Vesely; Drehbuch: Vesely, Leo Ti; Kamera: Wolf Wirth; Musik: Attila Zoller; Darsteller: Christian Doermer, Karen Blanguernon, Eike Siegel, Vera Tschechowa, Gerry Bretscher. s/w, 84 min
 

Walter ist Elektromechaniker. Und Walter will nicht mehr: Er erträgt nicht, wie gut er’s grad hat in der BRD, auf diese wirtschaftswunderliche Art. So begibt er sich auf die Suche nach jenem Jungen, der er einmal war - als es noch nicht genug gab von allem, die Welt ihm aber offen stand, weit war und voller Erfahrungen ... Heinrich Böll mit den Augen eines Nouveau-Roman-Apologeten, vom rheinländischen Republikrand in die Exklave Berlin (West) versetzt. Die Ästhetik des Films wirkt heute sehr „kunstfertig“ mit ihrer grandios geschichteten Tonebene, den makellos gefegten Bildern, die glitzern wie Eisplatten (durchzogen von Drecksprengseln), sowie den forciert komplexen Montagestrategien. Vesely war ein Maximalist des Formschönen, ein Genießer aktueller Effekte / Affekte. Aber: Da ist noch der tolle Christian Doermer mit seinem arglosen Antlitz, dessen aggressive Verwundbarkeit vielleicht nicht modern ist, ­dafür aber entschieden zukunftsträchtig. (R.H.)
 
Einführung von Ralph Eue

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