Roy Cohn / Jack Smith (Foto: Arsenal - Institut für Film und Videokunst)

Roy Cohn / Jack Smith (1994)

Regie: Jill Godmilow; Drehbuch: Gary Indiana, Jack Smith; Kamera: Ellen Kuras; Musik: Michael Sahl; Darsteller: Ron Vawter, Coco McPherson. Farbe, 89 min
 
Roy Cohn und Jack Smith waren Zeitgenossen, hatten aber eigent­lich nur eins gemeinsam: dass sie an den Folgen einer AIDS-Infektion starben. Cohn war Jurist, machte Karriere als US-Staatsanwalt, arbeitete jahrelang mit Joseph McCarthy zusammen, orientierte sich nach einem Skandal beruflich um und wurde Verteidiger von Donald Trump und Mafiaboss John Gotti. Mit Cohn und Jack Smith stellte der Schauspieler und Autor Ron Vawter also zwei Antipoden des US-amerikanischen Selbstverständnisses gegeneinander – in einem Diptychon, in dem er selbst beide Rollen übernahm. Jill Godmilows Kinoadaption der 1993 uraufgeführten Show folgt zwar eng dem Original, erlaubt sich aber eine Eigenheit: Die beiden Charaktere werden parallel geführt. Ein Theaterfilm, der vom Leben als Performance erzählt und der Öffentlichkeit als Bühne. Mit ­Mishima hätte man Roy Cohn / Jack Smith auch „Geständnisse zweier Masken“ nennen können. (R.H.)

Spieltermine:

Mo 19.11.2012 20:30
(Engl. OmdU)