Someone to Watch Over Me

Someone to Watch Over Me (1987)

Regie: Ridley Scott; Drehbuch: Howard Franklin; Kamera: Steven Poster; Musik: Michael Kamen; Darsteller: Tom Berenger, Mimi Rogers, Lorraine Bracco, Jerry Orbach, John Rubinstein. 35mm, Farbe, 106 min
 
Ein weit unterschätztes Genre-Kleinod über brüchige Maskulinität und die Untiefen der Hochglanz-Visualität der Achtziger: Der Polizist Mike Keegan (Tom Berenger) erhält den Auftrag, Claire Gregory (Mimi Rogers) zu beschützen, eine upper class-Blondine, die als Zeugin eines Mafia-Mordes bis auf weiteres in Lebensgefahr schwebt. Und die einen deutlichen Kontrast bildet zu der working class-Brünetten in Mikes Ehebett (großartig: Lorraine Bracco). Er kann der Versuchung nicht allzu lange widerstehen ... Die technische Brillanz, mit der dieser klassische Noir-Plot umgesetzt wird, ist man von Ridley Scott gewohnt – einige Spannungsszenen ­er­innern in ihrer barocken Ausgestaltung an die italienischen giallo-Thriller der Siebziger, das Spiegelkabinett-Finale ist ein kleines Meis­terstück. Nicht unbedingt erwartet man von den Filmen des Briten die genau beobachteten lebensweltlichen Details, die dem Film und seinen Figuren auch eine soziologische Tiefe verleihen. (L.F.)

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