Patty Hearst

Patty Hearst (1988)

Regie: Paul Schrader; Drehbuch: Nicholas Kazan nach Every Secret Thing von Patricia Hearst und Alvin Moscow; Kamera: Bojan Bazelli; Musik: Scott Johnson; Darsteller: Natasha Richardson, William Forsythe, Ving Rhames, Frances Fisher, Dana Delany. 35mm, Farbe, 104 min
 
Der stilistisch gewagteste Film von Paul Schrader, nach dem Fall Patty Hearst: Millionärstochter, 1974 von einer terroristischen „Freiheitsarmee“ entführt, in zwei Monaten Dunkelhaft gebrochen und als deren Mitglied, als rebel with a cause, bis zur Verhaftung 1975 an einer Serie von Anschlägen und Banküberfällen beteiligt. Schrader inszeniert die Sensationsstory, die die USA in Atem hielt, mit perverser und virtuoser Zurückhaltung aus der Perspektive der passiven Protagonistin, die kaum zu wissen scheint, was sie tut und wer sie ist. Kino der Entfremdung – beziehungsweise dessen extremer ­Höhepunkt. Die erste halbe Stunde des Films ist eine wortwörtlich schwarze Schreckenskomödie – die endlose Serie der Blicke Pattys auf ihre Entführer lässt silhouettierte Posen und Phrasen vor hellweißem Hintergrund aufblitzen, zwischen Perioden von absoluter Dunkelheit. (C.H.)

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