Eisenzeit (Foto: DEFA-Stiftung)

Eisenzeit (1991)

Ein Film von Thomas Heise; Kamera: Sebastian Richter; Musik: Tilo Paulukat, Neil Young; mit Conny Heuer, Frank Hauff, Karsten Tarrach. 35mm, Farbe, 86 min

 
Auf die anfängliche Frage der Sozialarbeiterin Conny, wohin sie fahren soll, antwortet Heise nur: „Zum Friedhof“. Die Idee zum Porträt einer Gruppe Jugendlicher aus Stalinstadt (später: Eisenhüttenstadt), der „ersten sozialistischen Stadt der DDR“, hatte Heise 1981. Es wurde aus „politischen Gründen“ abgelehnt. Ein Jahrzehnt später sind zwei Protagonisten tot. Ein schmerzlicher, wuchtiger Film über unangepasste junge Menschen, die am Dogma zerbrechen: ein Heise-Alternativbild deutscher Geschichte. Er erzählt von Menschen, mit denen kein Staat zu machen ist – wie dem vergeblich aufbegehrenden Neil-Young-Fan Tilo und Freund Mario. Heise macht Trümmerfilme, getragen von bruchstückhaften, aber umso beharrlicheren Erinnerungen, kritisch-distanziert wie unterdrückt-zornig. „Man will immer das Gute“, sagt Heise, „dann klappt’s nicht.“ (C.H.)

 
In Anwesenheit von Thomas Heise

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