Kinder. Wie die Zeit vergeht

Kinder. Wie die Zeit vergeht (2007)

Ein Film von Thomas Heise; Kamera: Börres Weiffenbach; Musik: Charles Ives; mit Jeanette Gleffe, Tommy Gleffe, Paul Gleffe, Heinz Gleffe, Ingrid Gleffe. 35mm, s/w, 86 min

 
Zum dritten Mal in Halle-Neustadt. Aber Heise hat keine bloße Fortsetzung der Thematik im Sinn, keine simple Langzeitbeobachtung über den Alltag in einer ostdeutschen Stadt, obwohl er die Biografien der zentralen Familie Gleffe aus den früheren STAU-Filmen nochmals skizziert. Heise setzt sich und seinen Blick einer grundsätzlichen Überprüfung aus. Programmatisch dafür die Veränderung des Filmischen: Neben die insistierende Beschreibung seiner Protagonisten (und der Politik, die ihre Spuren hinterlässt) tritt eine melancholische, kunstvollere Sicht auf die bekannten Landschaften und Gesichter (in elegischen Fahrten und Toncollagen). Unmerklich montiert Heise Material aus ganz unterschiedlichen Jahren, macht Zeitsprünge, rückt spürbar die grundsätzliche Verlorenheit des Einzelnen in den Vordergrund. Der Titel sagt alles: Es geht um Kinder. Und darum, wie die Zeit vergeht. Die ausgewählte Musik von Charles Ives heißt: „The Unanswered Question“. (C.W.)

 
Im Anschluss: „Was ist Gegenwart?“ – Thomas Heise im Gespräch mit Constantin Wulff

Spieltermine: