Vaterland

Vaterland (2002)

Ein Film von Thomas Heise; Kamera: Peter Badel, Jutta Tränkle, Heise, Peter Grätz; mit Otto Natho, Volker Paul, Rudi Garlipp, Monika Kirchhoff, Hendrik Kirchhoff. 35mm, Farbe, 98 min

 
Thomas Heise: „Ein Film wie das Graben einer Grube. Wenn man in Form einer Spirale graben kann. Und ein schwarzes Loch gräbt.“ Fragmentarische Beiträge zu einer Archäologie des abgelegenen Ortes Straguth in Sachsen-Anhalt, nahe eines verfallenden Militärflugplatzes, der im Zweiten Weltkrieg von Zwangsarbeitern erbaut wurde. Auch Heises Vater und Onkel waren gegen Kriegsende in einem Arbeitslager bei Straguth interniert: Damalige Briefe an die Familie sind manchmal zu hören, als Teil eines sperrigen und rätselhaften Heise-Palimpsests, in dem alle Dinge wie „verklebt“ zusammenhängen, ohne dass sich ein großer Zusammenhang konstruieren ließe. Im Zentrum: die dörfliche Kneipe, wo die Männer trinken, Karten spielen und vor allem vom Krieg reden, der Zeit ihrer Jugend, die sie bis heute prägt. Rundherum: ein Arrangement detaillierter Beschreibungen von Menschen, die aus der Zeit gefallen sind, und den desolaten, weiten Landschaften, in denen sie leben. Eine Art Anti-Heimatfilm. (C.H.)

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