Valhalla Rising

Valhalla Rising (2009)

Regie: Nicolas Winding Refn; Drehbuch: Winding Refn, Roy Jacobsen; Kamera: Morten Søborg; Musik: Peter Kyed, Peterpeter; Darsteller: Mads Mikkelsen, Maarten Stevenson, Gordon Brown, Andrew Flanagan, Gary Lewis. 35mm, Farbe, 93 min

 

In dieser Horrorfilmreihe sind Frauen oft over-achiever und Männer passiv. In diesem Film sind nun Männer beides: sowohl passiv, meist still und starr, als auch getrieben von Übereifer, zumal religiöser Natur. Frauen kommen nicht vor – wie in John Carpenters The Thing. Valhalla Rising spielt nicht ganz so weit nördlich; das Ding, das hier Charakterköpfe aneinandergeraten und weniger werden lässt, scheint schierer drive zur Selbstbehauptung zu sein, in sozialen, historischen, auch myth(oman)ischen Formen. One-Eye, anfangs gefangener Showkämpfer (wie oft bei Winding Refn), gerät im Frühmittelalter-Schottland unter nordische Christen; die metzeln Heiden und wollen einen Gottesstaat gründen. Alle sind wortkarg und brutal; Mads Mikkelsen ist stumm. Per Schiff ins Heilige Land: Man landet dort, wo Wikinger angeblich als erste Europäer waren, driftet in Nebel, Naturpracht und Feedbacks, im Tonfall von drone, Regression und Visionen in Rot. Postkoloniale Gewaltpsychedelik: Die Neue Welt mag keine Schreckensbringer aus der Alten. (D.R.)

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