Moby Dick

Moby Dick (1956)

Regie: John Huston; Drehbuch: Ray Bradbury, Huston nach dem Roman von Herman Melville; Kamera: Oswald Morris; Musik: Philip Sainton; Darsteller: Gregory Peck, Richard Basehart, Leo Genn, Royal Dano, Orson Welles. 35mm, Farbe, 115 min
 

Zum Auftakt:

Vive la baleine (Es lebe der Wal) (1972) von Chris Marker & Mario Ruspoli. 35mm, Farbe und s/w, 17 min. Frz. OmeU

 
Die Wahnsinnsidee schlechthin unter John Hustons ambitionierten, literarisch motivierten Projekten: Herman Melvilles unverfilmbares Epos auf die Leinwand gestemmt, trotz unvermeidlicher Verluste beseelt von einer Poesie nahe am Original und schier unangreifbar als in eigenwilligen Pastellfarben schillerndes, rhythmisch packendes Stück Hollywood-Legendenbildung. Heißt auch: der übermenschliche Käpt’n Ahab reduziert auf die steif staksende, doch achtbare Figur von Gregory Peck, besessen von der Jagd nach dem Weißen Wal, seine Besatzung in wogenden Wellenbewegungen mit sich in den Untergang reißend. Scheitern als Mission und Mythos, atmosphärisch überwältigend und voller unvergesslicher Details wie Queequegs Knochenwerfen oder der Ansprache von Orson Welles als Pfarrer: „Yet this is nothing. I leave eternity to Thee.“ Zur Einstimmung: Chris Markers liebevoller wie illusionsloser Essay zur Geschichte des Walfangs. (C.H.)

Spieltermine: