Vase de noces (Bauer sucht Sau) (Kadervergrößerung ÖFM/Georg Wasner)

Vase de noces (Bauer sucht Sau) (1974)

Regie, Kamera: Thierry Zéno; Drehbuch: Dominique Garny, Zéno; Musik: Alain Pierre, Darsteller: Dominique Garny. 35mm, s/w, 82 min

 

Zum Auftakt:

De poes (Die Katze) (1968) von Johan van der Keuken. 16mm, s/w, 6 min. Niederl. OmeU

 
Ein einsamer Bauer verliebt sich in seine Sau und hat drei Schweinchen mit ihr, deren Gequieke ihn so enerviert, dass er sie tötet, was wiederum die Sau zum Suizid treibt, worauf sich der trauernde Bauer mit ihr im Tode vereint. Ein unfassbares Werk, atavistisch und apokalyptisch, transgressiv und transzendental. Dabei ging Thierry Zéno – selbst nach belgischen Standards ein Exzentriker – noch lange nicht so weit wie andere zu jener Zeit. Denn auf eigene Weise ist Vase de noces, Zoophilie hin, Koprophagie her, ein Werk von bestürzender Tugend- wie Schamhaftigkeit. Zénos Genie liegt in der haptischen Kraft seiner Bilder: Der Film fühlt sich an wie ein Klumpen klammer Erde, modrig wie die Borke eines krepierenden Baums, schneidend und kühl wie ein Splitter-Schiefer; und er riecht: wie ein verwahrloster Heuschober im Hochsommer, wie ein Blecheimer voll frischen, dampfenden Blutes, wie eine Herbstwiese im Tau. Vase de noces ist reine Klarheit. (R.H.)

Spieltermine: