In girum imus nocte et consumimur igni (Wir irren des Nachts im Kreis umher und werden vom Feuer verzehrt)

In girum imus nocte et consumimur igni (Wir irren des Nachts im Kreis umher und werden vom Feuer verzehrt) (1978)

Ein Film von Guy Debord; Kamera: André Mrugalski. 35mm, s/w, 99 min

 
Eine Art Autobiografie. Ihr Titel ist ein lateinisches Palindrom, ein Satz, den man von vorne und hinten lesen kann. „Wäre das Leben ein Palindrom, man könnte es immer wieder von vorn beginnen, und so umkreist Debord in seinen späten Werken eng und enger jene mythischen Jahre um 1950, als die genial schöne Jugend in der Bar Chez Moineau für den Fotografen Ed van der Elsken ­posierte; ihre Negation war ein dionysischer Rausch, ihr Nein vom Ja durchpulst.“ (Heinz Stahlhut). Debord sah seine Arbeit als eine Form von Banditentum, daher überrascht es nicht, dass er sich hier (in Spielfilmzitaten) mit dem berüchtigten Verbrecher und Dichter Pierre-François Lacenaire identifiziert. Ihm – oder dem Marquis de Sade – hätte auch der Trailer einfallen können, den Debord dem Film voranschickte. Er besteht aus einem einzigen Textzitat: „Als ich im Begriff war, die Welt zu erschaffen, erfuhr ich, dass man dort eines Tages etwas so Ungeheuerliches wie den Film von Guy ­Debord mit dem Titel IN GIRUM IMUS NOCTE ET CONSUMIMUR IGNI machen würde; so zog ich es vor, die Welt nicht zu erschaffen.“ – GOTT.

 
In Anwesenheit von Alice Debord am 31.1.

Spieltermine:

So 31.01.2016 18:30
(Frz. OmdU)
Do 11.02.2016 20:45
(Frz. OmdU)