Die Beischlafdiebin

Die Beischlafdiebin (1998)

Regie: Christian Petzold; Drehbuch: Petzold, Harun Farocki (Mitarbeit); Kamera: Hans Fromm; Musik: Stefan Will; Darsteller: Constanze Engelbrecht, Nele Mueller-Stöfen, Wolfram Berger, Richy Müller, Nadeshda Brennicke. 35mm, Farbe, 90 min

 
Ein Titel wie von Alexander Kluge, aber eindeutig ein Film von Christian Petzold, auch wenn beide den Sinn für trockenen Humor teilen. Die Beischlafdiebin hat jahrelang in Marokko gelebt, wo sie Männern Liebe verspricht und sie dann betäubt, um an ihr Geld zu kommen. Den Körper verkauft sie nicht, aber ihre Seele. Als sie nach Deutschland, zur Schwester heimkehren muss, gestehen beide ihre Lebenslügen ein und versuchen von vorne zu beginnen. Eine psychologische Studie, getarnt als Kriminalfilm, getarnt als Serie von Täuschungsmanövern, deren minimale Differenzen in Petzolds klarer Inszenierung zur großen Hauptsache werden. „Wenn man übersetzt, ist das, als ob man ein eigenes Werk schafft“, sagt die Schwester: Petzolds Filme handeln davon, wie die Figuren ihre Ausgangsposition in eine bessere übersetzen wollen. Das so geschaffene Werk nennen sie dann ihr Leben. Die Schwester sagt noch etwas zum Übersetzen: „Da kann man nur bescheißen.“ (C.H.)

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