Toter Mann

Toter Mann (2001)

Regie: Christian Petzold; Drehbuch: Petzold, Harun Farocki (Dramaturgie); Kamera: Hans Fromm; Musik: Stefan Will; Darsteller: Nina Hoss, André Hennicke, Sven Pippig, Heinrich Schmieder, Kathrin Angerer. 35mm, Farbe, 93 min
 

„Fernsehen ist Vergessen. Kino ist Erinnerung.“ Diesen Satz von Petzold straft ausgerechnet sein eigenes Werk Lügen, weil auch die TV-Petzold-Filme inszeniert sind wie Kinofilme: kühle, dabei erstaunlich gefühlstreibende Protokolle einer Ära. Aufzeichnungen darüber, wie die Menschen zum Zeitpunkt der Filmentstehung reden, sich kleiden, küssen, leben. Toter Mann, eine Liebesgeschichte, die zum Rachekrimi wird, erzählt von Menschen, die im Penthouse wohnen, aber letztlich nicht weniger traurig sind als der unglückliche Herr Blum aus dem Resozialisierungsprogramm, der hier die Handlungsfäden zusammenführt. Aus dem Thriller-Plot generiert Petzold dabei heftigere Emotionen als sonst, ohne jemals die Kontrolle zu verlieren: Der wahre Schrecken von Toter Mann entsteht aus der Offenheit, mit der er sich als Film über die Einsamkeit zu erkennen gibt. Und im Hintergrund klingt ein Lied von Burt Bacharach: „What the world needs now/is love, sweet love.“ (C.H.)

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