Gespenster (© Hans Fromm)

Gespenster (2005)

Regie: Christian Petzold; Drehbuch: Petzold, Harun Farocki (Dramaturgie); Kamera: Hans Fromm; Musik: Stephan Will, Marco Dreckkötter; Darsteller: Julia Hummer, Sabine Timoteo, Marianne Basler, Aurélien Recoing, Benno Fürmann. 35mm, Farbe, 86 min

 
Ein Tag, eine Nacht, ein Tag: 24 Stunden aus dem Leben des scheuen Berliner Waisenmädchens Nina (Julia Hummer), das zwei entscheidende Begegnungen hat. Die impulsive Herumtreiberin Toni (Sabine Timoteo) schlägt sich mit Diebstahl durchs Leben, macht die faszinierte Nina zu ihrer Komplizin und nimmt sie mit zu einem Film-Casting mit unerwartetem Verlauf (und einem sehr lustigen Benno Fürmann als eitlem Regisseur). Davor wird Nina von einer Französin (Marianne Basler) angesprochen, die zwanghaft durch Berlin streift, seit dort ihre kleine Tochter vor Jahren entführt wurde, mit Phantombildern in der Tasche, wie auf der Gespensterjagd: Ist Nina ihr Kind? Petzold geht es weniger um eine Frage-Antwort-Geschichte als um eine Schwebezustandsstimmung: die Atmosphäre eines Übergangs, in der die Wirklichkeit des sommerlichen Berlin zur Märchenzone wird (inklusive Grimm-Motiven) – und selbst der Tierpark zum veritablen Zauberwald. (C.H.)

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