Jerichow (© Christian Schulz/Schrammfilm)

Jerichow (2008)

Regie: Christian Petzold; Drehbuch: Petzold, Harun Farocki (Dramaturgie); Kamera: Hans Fromm; Darsteller: Benno Fürmann, Nina Hoss, Hilmi Sözer, André Hennicke, Claudia Geisler. 35mm, Farbe, 93 min

Thomas (Benno Fürmann) kommt aus dem Afghanistankrieg zurück nach Jerichow, ein ödes ostdeutsches Städtchen mit biblisch klingendem Namen: Die Mutter ist gestorben, Gläubiger nehmen ihn in die Mangel, Arbeit gibt es nur am Gurkenfeld. Bis der türkische Imbissbuden-Magnat Ali (bewegend: Hilmi Sözer) Thomas als Fahrer engagiert, der kampferprobt bei betrügerischen Pächtern einschreiten kann. Thomas verliebt sich in Alis schöne Frau Laura (Nina Hoss), die eines weiß: „Man kann sich nicht lieben, wenn man kein Geld hat.“ Kaum ein Kriminalroman war so fruchtbar fürs Kino wie Cains The Postman Always Rings Twice: Nach den abstrakten Exkursionen von Gespenster und Yella diente er als Basis für eine von Petzolds stärksten und spannendsten Studien der herrschenden Verhältnisse – als Dreiecksdrama präzise in den desolaten Osten gepflockt. Petzold: „Dass in Cains Liebesgeschichte auch Rassismus eine wichtige Rolle spielt, fand ich nie genug gewürdigt.“ (C.H.)

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