Die papierene Brücke

Die papierene Brücke (1987)

Ein Film von Ruth Beckermann; Kamera: Nurith Aviv; mit Bety Beckermann, Salo Beckermann, Herbert Gropper, Robert Schindel, Willi Stern, Rabbi Wassermann. DCP (von 16mm)*, Farbe, 95 min

"Unlängst las ich, man werde sich erst dann wissenschaftlich mit dem Schicksal der Juden befassen können, wenn keiner mehr lebt aus der Generation der Überlebenden. Oft dreht sich mir der Kopf. In diesem Winter bin ich weggefahren." Ein Roadmovie als Suche nach der Generation der survivors; durch Rumänien und nach Czernowitz, nach Israel und an das Theresienstadt-Set eines Fernseh-Drehs in Jugoslawien, schließlich zurück nach Wien, wo Kurt Waldheims Sympathisanten ihre widerlichste Fratze zeigen. Verschachtelte Erfahrungen und Geschichten, verschlungene Wege jüdischer Kultur, die Fragen nach Konzepten von Identität innerhalb des Judentums stellen, ohne Antworten zu geben. Suchen als ein Sich-treiben-Lassen, ein Sich-Einlassen, ein Flanieren, das Erkenntnisse bringt. Die Frage "Wer bin ich?" wird dabei nicht klarer, sondern immer komplexer, schillernder, prekärer. Geschichte schreiben, das heißt hier: Gegenwart auffinden und aufzeichnen, weil sich in ihr Linien abbilden und Spuren eingraben. (A.B.)

Eröffnung und Buchpräsentation am 12.12. in Anwesenheit von Ruth Beckermann

*Auf Wunsch der Filmemacherin wird die digital restaurierte Fassung gezeigt.

Spieltermine: